Du hast bestimmt schon mal gehört, dass dein Stoffwechsel zum Abnehmen gut funktionieren muss. Es gibt unzählige Werbungen für Produkte, die den Stoffwechsel anregen sollen, damit du besser abnimmst. Beispiele dafür sind sogenannte Fatburner wie Grünteeextrakt oder Guarana Tabletten.

Doch auch bestimmte Lebensmittel werden immer wieder propagiert. So sollen Ingwer-Extrakt, Gurkenwasser, Chili und so weiter deinen Stoffwechsel beschleunigen.

Bitte glaube diesen Blödsinn ab sofort nicht mehr. Du kannst deinen Stoffwechsel nicht sinnvoll durch irgendwelche Substanzen und Lebensmittel beeinflussen.

Es gibt aber trotzdem Möglichkeiten deinen Stoffwechsel aktiv anzukurbeln. In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, was du dafür tun kannst, ganz ohne solch dubiose Mittelchen.

Was ist der Stoffwechsel überhaupt?

Sehen wir uns zu Beginn an, was der Begriff Stoffwechsel überhaupt bedeutet. Oft wird mit Stoffwechsel nur die Verdauung gemeint, das ist aber fachlich nicht korrekt. Die Verdauung ist nur ein Teil des Stoffwechsels.

Allgemein versteht man unter dem Begriff Stoffwechsel alle biochemischen Vorgänge im Körper, die in unseren Zellen ablaufen. Das sind zum Beispiel Prozesse wie der Abbau der Nahrung und die Aufnahme der Nähstoffe, die Energiebereitstellung oder der Abtransport von Stoffen aus dem Körper.

Der Stoffwechsel wird durch verschiedenste Hormone und Enzyme gesteuert. Darum können auch diverse Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Erkrankung der Schilddrüse den Stoffwechsel stark verlangsamen. Dies ist jedoch kein Phänomen, das man selbst wieder in den Griff bekommt. In so einem Fall solltest du dich immer ärztlich abchecken und behandeln lassen.

Je besser der Stoffwechsel läuft, umso mehr Energie wird verwertet. Dies ist auch der Grund, warum der Stoffwechsel beim Abnehmen gut laufen sollte. Mehr Energieverbrauch kann (natürlich immer in einem Kaloriendefizit) eine größere Abnahme beziehungsweise überhaupt generell eine Abnahme bedeuten.

Tabletten oder Lebensmittel zum Ankurbeln des Stoffwechsels?

Stoffwechsel ankurbeln durch 6 einfache Tipps

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist das Sortiment an Stoffwechsel-Beschleunigern riesig. Vor allem im Internet hat man über diverse Websites die Möglichkeit verschiedenste Produkte kaufen.

Ihre Sinnhaftigkeit ist sehr umstritten. Sie haben kaum wirklichen Einfluss auf den Energieverbrauch, den wir für eine Abnahme eigentlich ja in die Höhe treiben möchten. Dafür allerdings können sie einige unangenehme und teils auch gefährliche Nebenwirkungen auslösen.

Viele der vertriebenen Stoffwechsel-Anreger enthalten gesundheitlich bedenkliche oder nicht ausreichend untersuchte Substanzen. Auch Mittel, die als rein pflanzlich deklariert werden, wie zum Beispiel Grünteeextrakt, können ab einer gewissen Dosierung sehr riskant sein.

Speziell die Kombination verschiedenster Substanzen in den Mitteln kann zu erhöhtem Blutdruck, Schwindel, Schlaflosigkeit, Herzrasen und weiteren unangenehmen und gesundheitlich bedenklichen Nebenwirkungen führen.

Besonders bei Produkten, die aus dem Ausland bezogen werden, können solche gefährlichen Substanzen enthalten, aber nicht deklariert sein.

Sehr gefährlich ist vor allem der Stoff 2,4-Dinitrophenol, kurz DNP. Es gab in mehreren Ländern, auch in Deutschland, bereits Todesfälle, die durch diesen Stoff, der in als besonders effektiv betitelten Fatburnern vorkommt, hervorgerufen wurden. In diesem Bericht kannst du dich genauer über das Thema und die Zwischenfälle informieren.

Normale Lebensmittel, wie Chili, Ingwer, Kaffee und weitere Nahrungsmittel, die den Stoffwechsel anregen sollen, sind natürlich unbedenklich. Allerdings haben sie auch keine ausschlaggebende Wirkung auf deinen Stoffwechsel.

Wenn sie dir gut schmecken, kannst du sie natürlich jederzeit einbauen. Erwarte dir aber bitte nicht, dass dein Stoffwechsel dadurch besser funktioniert.

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Tipps, um den Stoffwechsel anzuregen

Wir möchten dir mit diesen Tipps zeigen, dass du kein Geld für unnötige und vielleicht sogar gefährliche Produkte zur Anregung des Stoffwechsels ausgeben musst.  So wie schon vorher erklärt, regen wir genauer gesagt nicht den Stoffwechsel an, sondern sorgen dafür, dass wir mehr Energie verbrauchen. Je mehr Energie du verbrauchst, umso besser wirst du abnehmen können.

Beachte aber bitte immer, dass beim Abnehmen ein Kaloriendefizit ein absolutes Muss ist! Nur wenn du mehr Energie verbrauchst, als du zu dir nimmst, wirst du Gewicht verlieren. Gleichzeitig solltest du auch großen Wert auf eine gesunde Ernährung legen.

Um deinen Kalorienverbrauch zu erhöhen, kannst du die folgenden Dinge gut in deinen Alltag einbauen.

1.) Genügend Eiweiß essen

Kennst du den Begriff der nahrungsinduzierten Thermogenese? Das ist die Menge an Energie, die du brauchst, um Nahrung aufzuspalten und zu verdauen.

Eiweiß hat dabei den größten thermischen Effekt. Isst du also mehr Eiweiß im Vergleich zu Fett und Kohlenhydraten, verbrauchst du beim Verstoffwechseln des Eiweiß mehr Energie, als bei den anderen Makronährstoffen.

Das ist jedoch nicht das einzige Argument für eine etwas höhere Eiweißaufnahme. Eine angemessene Eiweißaufnahme sichert beim Abnehmen auch den Erhalt der Muskelmasse.

In Verbindung mit Krafttraining dient es außerdem dem Aufbau von Muskelmasse. Diese verbraucht bekanntlich mehr Energie als Fettgewebe und kurbelt somit den Stoffwechsel an.

Tipps zu eiweißreichen Nahrungsmitteln findest du hier.

2.) Genügend Alltagsbewegung

Je mehr du dich bewegst, desto mehr Energie verbrauchst du. Diese logische und einfache Lösung zur Erhöhung deines Energieverbrauchs kannst du sehr leicht in deinen Alltag einfließen lassen.

Versuche also, dich mehr zu bewegen. Nimm die Treppen statt dem Lift, geh viel zu Fuß oder fahr am Wochenende wieder mal öfter mit dem Rad durch die Gegend. Diese kleinen Maßnahmen können insgesamt sehr viel ausmachen.

Ein guter Anreiz für mehr Alltagsbewegung ist übrigens ein Schrittzähler. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt pro Tag 10.000 Schritte zu machen. Ein Schrittzähler kann ein guter Ansporn sein, sich mehr zu bewegen.

3.) Krafttraining

Wie schon beim ersten Tipp erwähnt, verbraucht Muskelmasse im Ruhezustand mehr Energie als Fettgewebe.

Durch regelmäßiges Krafttraining in Verbindung mit ausreichender Eiweißzufuhr, kannst du Muskeln aufbauen und somit deinen Energieverbrauch erhöhen.

Der Verbrauch erhöht sich dadurch allerdings nicht so stark wie oft angenommen wird. Pro Kilogramm Muskelmasse werden ca. 10 bis 13 kcal mehr pro Tag verbraucht.

Allerdings verbraucht Krafttraining an sich natürlich auch Kalorien, was insgesamt zu einem höheren Energieverbrauch führt.

4.) Sport generell

Liegt dir das Krafttraining im Fitnessstudio nicht besonders, gibt es unzählige andere Aktivitäten, die dir helfen, deinen Energieumsatz zu erhöhen.

Sportarten, die besonders viel Energie verbrauchen, sind zum Beispiel Laufen, Wandern, Rudern, Langlaufen, Skaten und Schwimmen. Zeitsparender sind sogenannte HIIT (High Intensity Intervall Training) Einheiten. Diese sind sehr anstrengend und verbrauchen in kurzer Zeit viele Kalorien.

Egal was du machen möchtest, wichtig ist vor allem, dass du etwas tust. Wer faul herumsitzt, darf nicht erwarten, dass sich sein Kalorienverbrauch erhöht.

5.) Stress vermeiden

Chronischer Stress kann viele negative Auswirkungen auf den Stoffwechsel haben. Dieses Thema ist sehr komplex und weitreichend. Ich möchte es dir hier vereinfachter darstellen, damit du weißt, was Stress für Auswirkungen auf deinen Metabolismus haben kann.

Dauerhafter Stress bewirkt die vermehrte Ausschüttung des Hormons Cortisol. Dieses reguliert in Verbindung mit anderen Botenstoffen den Kohlenhydrat-, Eiweiß-, und Fettstoffwechsel.

Wenn seine Konzentration jedoch dauerhaft zu hoch ist, verursacht Cortisol einige Veränderungen im Stoffwechsel. Zum Beispiel werden die Zellen für Insulin resistent, was die Entstehung von Typ 2 Diabetes fördern kann. Außerdem fördert zu viel Cortisol den Abbau von Eiweiß und die Umwandlung von Eiweiß zu Glukose.

Dazu kann Cortisol auch die Balance unserer Hunger- und Sättigungshormone durcheinanderbringen. Die Folge daraus kann wiederum eine Zunahme sein.

Du siehst also, dauerhafter Stress hat auf deinen Stoffwechsel einige einschneidende Auswirkungen. Umso wichtiger ist es, dass du deine Stressoren kennst und einen Ausgleich dazu schaffen kannst.

Optimal wäre natürlich jede Art von Bewegung, da sie nebenbei gleich auch noch den Energieverbrauch steigert. Aber auch andere Entspannungstechniken, wie Mediation oder Zeit mit der Familie, ein Bad und Ähnliches können deinen Cortisolspiegel senken.

6.) Ausreichend Trinken

Dein Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser und braucht dieses auch, um richtig zu funktionieren. Du solltest also genug trinken, um alle Stoffwechselvorgänge zu unterstützen.

Eine gute Faustregel für die tägliche Trinkmenge ist folgende: Pro 25 Kilogramm Körpergewicht sollte es ca. ein Liter Wasser sein. Schwitzt du während des Sports zum Beispiel sehr, oder ist es sehr heiß draußen, kannst du die Trinkmenge getrost erhöhen.

Trinkst du sehr kalte Flüssigkeiten, verbrauchst du sogar etwas mehr Energie, da dein Köper die Temperatur der Flüssigkeit erst auf Körperwärme erhitzen muss. Das stellt zwar keinen hohen Energieverbrauch dar, aber dieses Phänomen ist durchaus erwähnenswert.

Fazit

Um deinen Stoffwechsel anzukurbeln, also mehr Energie zu verbrauchen, musst du keinerlei zusätzliche Produkte kaufen.

Fatburner, die am Markt erhältlich sind, zeigen meist keine Wirkung und können dem Körper sogar schaden. Lass besser die Finger davon!

Mit unseren Tipps kannst du deinen Energieverbrauch erhöhen ohne dass du deinem Körper irgendwelche Substanzen zuführst. Du wirst sehen, dass diese einfachen Ratschläge deine Abnahme gut voranbringen können.

Viele liebe Grüße und bis bald,
dein Fitshapery Team

Stoffwechsel anregen durch Ernährung und Training

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