Die sogenannte Blutgruppendiät gibt es nun schon seit mehr als 20 Jahren. Es gibt viele Menschen, die darauf schwören und meinen sie hätten nur damit abgenommen. Prinzipiell geht es dabei darum, sich seiner Blutgruppe entsprechend zu ernähren.

Doch was steckt wirklich dahinter? Ist eine nicht an die Blutgruppe angepasste Ernährung vielleicht sogar schädlich?

In diesem Artikel erhältst du alles über die Blutgruppendiät. Zudem gehen wir natürlich der Sinnhaftigkeit dieser Diät auf die Spur.

Was ist die Blutgruppendiät?

Blutgruppen Bestimmung für die Blutgruppendiät

Die Blutgruppendiät geht auf den amerikanischen Naturheilkundler Peter D’Adamo zurück. Er meinte, dass sich bei der Ernährung jeder Mensch nach seiner Blutgruppe richten sollte. 1996 veröffentlichte er auch ein Buch namens „Eat right 4 your type“ darüber.

Das Buch war ein voller Erfolg und wurde in vielen verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Die Menschen hielten sich an die Vorgaben und nahmen ab oder fühlten sich zumindest gesünder und besser.

Aussagekräftige Studien zu diesem Thema fehlen aber. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wird diese Art der Diät eher kritisch beurteilt.

Das Prinzip der Diät

Schauen wir uns das Diätprinzip einmal genauer an.

Vereinfacht gesagt ist D’Adamos Theorie, dass die Blutgruppe eines Menschen seine körpereigene Chemie bestimmt. Darum gibt es für alle vier Blutgruppen, also A, B, AB und Null, verschiedene Ernährungskonzepte.

Diese Ernährungskonzepte wurden auf die jeweilige Ernährungsweise unserer Vorfahren, die angebliche eine bestimmte Blutgruppe hatten, angepasst. So hatten Steinzeitmenschen laut dem Autor die Blutgruppe 0.

Als die Menschen dann sesshaft wurden, soll die Blutgruppe A entstanden sein. Nomadenvölker, die sich hauptsächlich von Fleisch und Milch ihrer Tiere ernährten, hatten Blutgruppe B. Der Typ AB ist dann entstanden, als sich die Bevölkerungsstämme der Blutgruppen A und B vermischten.

Aus diesen „Erkenntnissen“ hat der Erfinder der Blutgruppendiät abgeleitet, dass sich jeder an das frühere Ernährungsprinzip seiner Blutgruppe halten müsste. Nur so sei gewährleistet gesund und schlank zu bleiben oder es zu werden.

Seine Erklärung für diese Theorie ist, dass jede Blutgruppe auf bestimmte Eiweiße in der Ernährung anders reagiert. Diese Eiweiße werden Lektine genannt. So sollen also verschiedene Lektine bei den einzelnen Blutgruppen Verklumpungen des Blutes auslösen. Das verursache Übergewicht und eine Verlangsamung des Stoffwechsels und dadurch verschiedenste Krankheiten.

Es stimmt, dass Lektine, die in vielen Pflanzen und somit auch in unseren Lebensmitteln vorkommen, schlecht für unseren Körper sein können. Gelangen sie ins Blut, binden sie sich an weitere Zellen, zum Beispiel an die roten Blutkörperchen, die dann verklumpen und den Sauerstoff- und Nährstofftransport behindern.

Allerdings wird bei der Blutgruppendiät nicht erwähnt, dass Lektine hauptsächlich in rohen Lebensmitteln vorkommen. Vor allem in rohen Hülsenfrüchten. Und auch Getreide enthält gewisse Mengen dieser Stoffe.

Es ist aber so, dass das Lektin beim Erhitzen zerstört wird und dann keinerlei schädliche Wirkung mehr hat. Und wie oft isst du schon rohe Bohnen, oder Mehl, das nicht in irgendeiner Form mitgekocht oder gebacken wurde? Hoffentlich nie, denn roh sind diese Lebensmittel giftig.

>> Diesen Artikel hier auf Pinterest für später merken! <<

Die richtige Ernährung für die verschiedenen Blutgruppen

Der Erfinder der Blutgruppendiät hat für jede Gruppe eine bestimmte Ernährungsform niedergeschrieben. Es gibt immer Lebensmittel, die als sehr bekömmlich, neutral oder meidenswert unterteilt werden.

Blutgruppe Null:

Hast du Blutgruppe 0 solltest du laut D’Adamo auf Getreide, besonders Weizen und Hülsenfrüchte verzichten. Auch Milchprodukte sind nicht erlaubt. Diese Ernährungsweise gleicht der momentan sehr populären Paleo Diät. Fleisch, mit Ausnahme von Hähnchen, Fisch sowie Obst und Gemüse sind dabei erlaubt.

Blutgruppe A:

Da diese Blutgruppe den sesshaft gewordenen Menschen, die Ackerbau betrieben haben, zugeschrieben wird, gibt es vor allem Gemüse und Getreide. So ist diese Ernährung eher vegetarisch gehalten, mit reichlich Gemüse, Obst und Getreide. Fleisch und Fisch sollten eher selten gegessen werden.

Blutgruppe B:

Die angebliche Blutgruppe der Nomaden erfordert eine Ernährung, die sehr auf tierischen Produkten basiert. Milch- und Milchprodukte, sowie Fleisch werden als geeignet angesehen. Auch grünes Gemüse, Eier und besonders Wildfleisch sollen die Gesundheit verbessern und eine Gewichtsabnahme bewirken.

Blutgruppe AB:

Da die Blutgruppe AB eine Vermischung der Blutgruppen A und B ist, vertragen Menschen mit dieser Blutgruppe viele Dinge angeblich besser. Sie können sowohl Getreideprodukte, als auch tierische Produkte, wie Fleisch und Milchprodukte essen. Auf Schweinefleisch sollte aber verzichtet werden.

Alle anderen Lebensmittel, die nicht zu der entsprechenden Diätform passen, sind laut D’Adamo Gift für den Körper. Eine Abweichung soll deshalb nicht, oder kaum vorkommen, da sonst angeblich die Gesundheit geschädigt wird.

Die Blutgruppendiät im Alltag

Es gibt es Gründe aus denen die Blutgruppendiät nicht sonderlich praktikabel ist.

Kocht man nur für sich alleine, fällt es eventuell einfacher, sich an die vorgegebene Ernährung zu halten. Hat man aber eine Familie, für die  man mitkochen muss, fällt das Ganze schon deutlich schwerer. Schließlich müsste man alle verschiedenen Blutgruppen beim Kochen berücksichtigen, damit man niemandem schadet.

Desweiteren sind die vom Autor vorgeschlagenen Lebensmittel oft schwer zu beschaffen und teuer. Auch die Rezepte sind teilweise sehr aufwendig und nur schwer in den Arbeitsalltag einzubauen, vor allem, wenn es mal stressiger ist.

Funktioniert die Blutgruppendiät überhaupt?

Es gibt viele Stimmen, die behaupten durch die Blutgruppendiät viel abgenommen zu haben. Auch gesundheitliche Vorteile werden immer wieder propagiert.

Es ist allerdings so, dass es keinerlei wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit dieser Diät gibt. Allein schon die Grundlage, auf der die Diät basiert, ist nicht vollständig wissenschaftlich abgeklärt. Man weiß nicht genau, wie die unterschiedlichen Blutgruppen historisch entstanden sind.

Zudem gibt es keinerlei aussagekräftigen Studien, die beweisen, dass die Blutgruppe etwas mit der Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel zu tun hätte. Um herauszufinden, ob an dieser Theorie etwas dran ist, bräuchte man Studien mit ausreichend vielen Menschen.

An den verschiedenen Blutgruppen müssten dann langfristig verschiedene Ernährungsweisen ausprobiert und die Menschen häufig untersucht werden.  So könnte man dann beispielsweise herausfinden, ob Menschen mit Blutgruppe AB tatsächlich mehr von einer Mischkost profitieren als Menschen mit Blutgruppe A.

Da solche Studien allerdings momentan fehlen, wird von der Einhaltung einer blutgruppenspezifischen Diät aus fachlicher Sicht abgeraten.

Für die Gruppen 0 und B wird eine sehr fleischlastige Ernährungsweise empfohlen, die reich an tierischen Lebensmitteln ist. Das ist vom heutigen ernährungswissenschaftlichen Standpunkt aus eher bedenklich. Die wissenschaftsbasierten Empfehlungen gehen eher in die Richtung, den Konsum von tierischen Lebensmitteln, besonders große Mengen an Fleisch, zu verringern.

Außerdem ist es fraglich, warum manche Produkte, wie zum Beispiel Rindfleisch, verzehrt werden dürfen, Hähnchenfleisch aber verboten ist. Wissenschaftlich betrachtet gibt es für solche Aussagen keinerlei Gültigkeit und sie scheinen eher bei den Haaren herbeigezogen.

Fazit

Wie du siehst, können wir dir diese Diät nicht weiterempfehlen. Da es keinen wissenschaftlichen Background gibt, ist auch keine Notwendigkeit da auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, nur weil man eine bestimmte Blutgruppe hat.

Die begeisterten Menschen, die mit der Diät so gut abgenommen haben, verloren vermutlich deshalb ihr Gewicht, weil sie wieder kontrolliert gegessen und auf ihre Ernährung geachtet haben. Das lag allerdings weniger daran, dass sie bestimmte Lebensmittel aufgrund ihrer Blutgruppe gemieden haben.

Abnehmen funktioniert nun mal über ein Kaloriendefizit. Verbrauchst du mehr Kalorien, als du zuführst, wirst du abnehmen. Dies erreichst du auch easy über eine ganz normale, ausgewogene Ernährung, bei der du dir nicht mal etwas verbieten musst.

Nun bist du über die Blutgruppendiät gut informiert und weißt, dass es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gibt und du dich in deiner Ernährung nicht aufgrund deiner Blutgruppe einschränken musst.

Wir hoffen der Artikel hat dir gefallen. Wenn du noch Fragen hast, stell sie uns gerne in den Kommentaren!

Liebe Grüße und bis bald,

dein Fitshapery Team.

Abnehmen mit der Blutgruppendiät

Schnell abnehmen mit Blutgruppendiät

801 Shares